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Henrik Fisker startet mit großen Plänen ins neue Jahr - und mit einer Menge frischem Geld. Der dänische Autodesigner und Eigentümer des gleichnamigen Sportwagenbauers hat weitere 115 Mio. $ von privaten Investoren erhalten.

Fisker erfüllt damit die Voraussetzung für den Erhalt eines Darlehens der US-Regierung in Höhe von 529 Mio. $. Aus dem Topf des Energieministers, der mit einem Milliardenprogramm die Entwicklung alternativer Antriebe fördern will, haben bislang bereits der amerikanische Autobauer Ford und Nissan aus Japan Darlehen erhalten. "Dass wir in diesen Zeiten 115 Mio. $ auftreiben konnten, spricht Bände über unser Geschäftsmodell und das gewaltige Potenzial von Plug-in-Hybriden", sagte Fisker. 
 
Die Entwicklung seines Start-up-Unternehmens, das ebenso wie der Rivale Tesla seinen Sitz in Kalifornien hat, wird seit der Gründung 2007 von der gesamten Autoindustrie mit Spannung verfolgt. Fisker und Tesla zählen zu den Pionieren, die teure Sportwagen mit Elektromotoren auf den Markt bringen. Mit ihrer rasanten Beschleunigung können diese Autos mit der internationalen Konkurrenz locker mithalten. Wegen der geringen Stückzahlen und der hohen Kosten für die Batterie zweifeln Kritiker allerdings daran, dass Fisker mittelfristig profitabel werden kann.

Schon im März dürfte Washington nun aber mit der Zahlung der Fördermittel beginnen. Und die Lieferung der dringend benötigten Batterien ist ebenfalls gesichert: Anfang Januar schloss Fisker einen Mehrjahresvertrag mit dem Batteriehersteller A123, einem Spezialisten für Lithiumbatterien. A123 will sich nun seinerseits mit Geld und eigenen Aktien an dem Sportwagenbauer beteiligen. Im vergangenen Jahr hatte sich der Batterienhersteller vergeblich um einen Liefervertrag für den ehemaligen Weltmarktführer General Motors bemüht. GM will Ende dieses Jahres das Elektroauto Chevrolet Volt in Amerika auf den Markt bringen. 

Um künftige Modelle ebenfalls in den USA fertigen zu können, will Fisker nun ein ausgedientes Werk von GM im Bundesstaat Delaware für 18 Mio. $ übernehmen. Dort soll ein familientaugliches Auto mit Hybridantrieb gefertigt werden, mit dem Fisker ab 2012 eine breitere Käuferschicht ansprechen will. Der Wagen soll in den USA für rund 47.000 $ angeboten werden. Um den Absatz umweltfreundlicher Autos zu fördern, bietet die US-Regierung den Käufern Zuschüsse von 7500 $ pro Neuwagen. Diese werden für Fisker ebenso gelten wie etwa für den Chevrolet Volt.

Dass es Henrik Fisker gelingen könnte, seine Produkte äußerlich von der Konkurrenz abzuheben, trauen ihm Branchenkenner durchaus zu. Der Designer war in früheren Jahren unter anderem an der Entwicklung des BMW Z8 und des Aston Martin DB9 beteiligt. Zunächst aber hängt das Schicksal der Firma nun am Sportwagen Karma, der von Valmet Automotive in Finnland gefertigt wird und in diesem September auf den Markt kommen soll. Die viertürige Sportlimousine, die in sechs Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigt, wird in den USA rund 88.000 $ kosten, in Europa deutlich mehr.

Jede dritte Vorbestellung des Karma kommt nach Firmenangaben gleichwohl aus Europa. Mit der Ladung einer Lithiumionenbatterie kann der Sportwagen 80 Kilometer zurücklegen. Dann schaltet sich ein Generator zu, der von einem Verbrennungsmotor angetrieben wird. Geplant ist ein Volumen von 15.000 Fahrzeugen pro Jahr. Branchenkenner rechnen damit, dass sich später auch Optionen für Partnerschaften mit deutlich größeren Herstellern ergeben könnten.
Vorerst müsste Henrik Fisker aber noch einen schweren Vorwurf aus der Welt schaffen. Vor der Gründung seiner Firma hatte der Däne beim Rivalen Tesla gearbeitet. Der wirft ihm vor, geheime Entwicklungsdaten gestohlen zu haben - und hat eine Klage eingereicht.

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